Bauern missachten Tierschutz im Burgdorfer Holz

25. JUNI 2014

Burgdorfer Holz

Dünne Elektrozäune: selbst bei Tageslicht nahezu unsichtbar für Tier und Mensch.
DIE LINKE im Rat sorgt sich seit geraumer Zeit um den Tierschutz im Burgdorfer Holz. Auf den Feldern nahe des Großen Stern – und möglicherweise nicht nur dort – haben die Bauern in den vergangenen Monaten vermehrt dünne Elektrozäune zur Sicherung von Äckern und damit der Ernte vor Rot- und Dammwild und Wildschweinen montiert. Es handelt sich um dünne blanke Metalldrähte, die selbst bei Tageslicht kaum zu erkennen sind. Gleichzeitig wird meist die Kennzeichnungspflicht, nach der man im Abstand von rund hundert Metern ein Warnschild am Elektrozaun anbringen muss, missachtet.

Rot- und Dammwild, Wildschweine, Fuchs und andere Wildtiere treten kaum mit Vorsicht an diese Zäune heran, sondern rennen meist munter drauf los. Im vollen Lauf prallen die Tiere gegen die Zäune, verletzen sich oder verheddern sogar ihr Geweih in den Drähten, worauf teilweise am Boden liegende Drähte hindeuten. Die Tiere können die Drähte im Lauf kaum bei Tag und schon gar nicht in der Dämmerung oder bei Nacht sehen. Nach Berichten von Anwohnern der Siedlung im Felde 33, die unweit einiger, in der beschriebenen Art und Weise gesicherter Äcker wohnen, sind in der Dämmerung und nachts vermehrt Schreie von Tieren zu hören, die wohl mit den Zäunen in Berührung gekommen sind und sich verletzt haben.
Landschaft Burgdorfer Holz

„Das alles ist vermeidbar, wenn die Landwirte statt der hauchdünnen Drähte breites Kunststoffgewebeband verwenden würden, das im Handel in den Leuchtfarben orange, gelb oder auch in weiß angeboten wird“, sagt LINKEN-Ratsherr Michael Fleischmann. „Diese leitenden Gewebebänder mit eingelassenen Drähten sind für die Tiere als auch für Wanderer gut zu erkennen und deshalb ungefährlich.“ Gleichzeitig würde damit § 13 des Tierschutzgesetzes Rechnung getragen, in dem es in Absatz 1 heißt: „Es ist verboten, zum Fangen, Fernhalten oder Verscheuchen von Wirbeltieren Vorrichtungen oder Stoffe anzuwenden, wenn damit die Gefahr vermeidbarer Schmerzen, Leiden oder Schäden für Wirbeltiere verbunden ist…“

Vor diesem Hintergrund erwartet DIE LINKE, dass sich Bürgermeister und Verwaltung des Problems annehmen. Michael Fleischmann hat dazu eine Anfrage in die kommende Ratssitzung am 10. Juli gestellt.

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