Hundefreundliche Urlaubsinsel AMRUM

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Für viele Hundebesitzer stellt sich immer wieder die Frage “Urlaub MIT Hund”? Wenn ja, dann wooo???
Viele Hunde werden auch in überteuerte Hundepensionen gegeben (und warten sehnsüchtig auf die Rückkehr der Familie), während Herrchen und Frauchen entspannte Tage in der Ferne genießen.
Noch schlimmer: so mancher Hund wird an der Autobahn oder irgendwo im Wald ausgesetzt, weil er nicht mitgenommen werden kann.

Aber halt!!!! Wer ein Haustier aufnimmt, übernimmt auch Verantwortung. Ein Hund ist ein Lebewesen mit Empfindungen und Ansprüchen. Das darf niemals vergessen werden! Er vertraut seiner menschlichen Familie und verlässt sich auf sie…. so wie die Menschen sich auf seine unbedingte Treue verlassen kann.

Urlaub mit Hund ist möglich und wunderschön. Es macht Spaß zuzusehen, wie wohl der Vierbeiner sich in fremder Umgebung fühlt und Neues erlebt.

Mein pelzköpfiger Vierbeiner durfte letzte Woche zum ersten Mal in seinem Leben Nordseewasser erleben. Sich bewegende Wellen… salzig schmeckendes Wasser…. was für eine Erfahrung *lach*. Ewig langer Sandstrand… nette, hundefreundliche Menschen. Vor jedem Geschäft ein Wassernapf für die Vierbeiner… kaum ein Hundeverbot.

Eine saubere, gepflegte Insel in der Nordsee, auf der Menschen und Tiere im Einklang mit der Natur leben! Kein versnobter Tourismus, bei dem es um ESSEN, TANZEN, GELD AUSGEBEN geht…. sondern erholsamer, entspannter Urlaub mit Spaß, netten Menschen und dem Wunder der Natur.

Urlaub mit Hund bedeutet zufriedener Hund = zufriedener Zweibeiner… zufriedener Zweibeiner = zufriedener Hund!

(Ps.: während der Brut- und Setzzeit empfiehlt es sich, die Schleppleine mitzunehmen, damit das Pelzköpfchen sich auch frei bewegen kann! Aber Hundestrände findet man auf Amrum zuhauf :-) )

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(K)ein Badesee für Burgdorfer Bürger und Hunde?

(K)ein Badesee für Burgdorfer Bürger und Hunde?

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Am 21.Oktober, fand von 17 bis 19 Uhr eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verkehr statt. Einer der Tagesordnungspunkte beinhaltete den Antrag des Herrn Michael Fleischmann, in dem er darauf verwies, dass seit dem Badeverbot am Cewe-See nunmehr keinerlei Bademöglichkeiten der Burgdorfer Bürger in Naturgewässern oder Baggerseen möglich seien, weil alle im Umkreis liegenden Seen entweder privatisiert oder an Anglervereine verpachtet oder verkauft wurden…

Herr Fleischmann hat nun den Antrag gestellt, dass die Stadt Burgdorf nun entweder einen Teil eines nahen Sees (z.B. einen inzwischen ungenutzten Teil des Cewe-Sees) erwirbt, oder als Alternative die für die Stadt Burgdorf völlig kostenlose Möglichkeit in Erwägung zieht, den Kiesabbau durch Firmen zu erlauben – jedoch mit der Auflage, diesen nun vorhandenen See später zur Badenutzung frei zu geben.

Man kann sich kaum vorstellen, welches Bild einem Zuschauer nun bot, als die Ratsmitglieder über das Für und Wider dieses Ratsantrages diskutierten:
Man sinierte darüber nach, dass man vor mehr als 30 Jahren z.B. miterleben musste, wie ein Familienvater in einem Baggersee ertrank. Deshalb solle man die Gefahren nicht unterschätzen, und deshalb werde der betreffende Ratsherr diesen Antrag auf keinen Fall unterstützen. Auch weitere Ratsmitglieder erinnerten sich plötzlich an Badeunfälle, die sich irgendwann einmal in irgendwelche Kiesteiche ereigneten und schlossen sich dem ersten Ratsherrn mit sorgenvoller Miene an, den Antrag des Herrn Fleischmann unbedingt abzulehnen.
Man könne doch im Freibad in Burgdorf baden gehen… oder sich in sein Auto setzen und weiter weg gelegene Kiesteiche zum Baden aufsuchen. Außerdem sei der Kauf eines Sees (oder eines Teils davon) zu kostspielig und mit zu hohem Aufwand verbunden… bedenke man doch, dass man für Sicherheit und Sauberkeit am und im See zu sorgen habe. Und wie schnell wären die Bürger mit erhobenem Zeigefinger zugegen, und würden von der Stadt diese oder jene Handlung oder Einrichtung verlangen…

Das Ende dieses kleinen, für den Burgdorfer Bürger fast zu schönen Traumes:
Die Ratsmitglieder haben diesen Antrag, der uns nur gut tun und Spaß machen würde, einstimmig abgelehnt.
Das heißt, wir bekommen kein Naturgewässer im näherem Umkreis mehr, wo Familien sich vergnügen, und Hunde spielen dürfen, ohne verjagt zu werden.
HUNDE… das ist sowieso so ein Thema! Hunde dürfen auch mit Eintrittkarte nicht ins Freibad.
Ein Ratsmitglied gab zum Besten, dass ja kein Richter dort sei, wo kein Kläger sei. Was er damit sagen wollte? Nun, wenn Hundehalter illegalerweise ihre Hunde in einem der umliegenden Seen baden ließen – wer wolle das bemängeln?

Hm… irgend etwas mache ich wohl falsch, denn ich bin mit meinem Hund schon mehrmals vom Strand dieser ehemals beliebten und jetzt verbotenen Baggerseen verjagt worden.
Bekomme ich jetzt vielleicht eine Eintrittskarte für meinen Hund, damit wir im Freibad baden können?

Christine Gross

Burgdorf (Hannover): Städtepartnerschaft mit einer Stadt im Nahen Osten

Städtepartnerschaft

mit einer Stadt im Nahen Osten

                                      von  Christine Gross Christine Gross FOTO

 

In einem Schreiben vom 9. September und in der Bürgerfragestunde während der öffentlichen Ratssitzung am 16. September 2014 regte Christine Gross (Hülptingsen) den Bürgermeister und die Ratsmitglieder an, über die Eventualität einer Städtepartnerschaft mit einer arabischen Stadt nachzudenken.

Gross: „Deutschland ist nunmehr ein multikulturelles Land geworden. Wir beherbergen die verschiedensten Menschen aller möglichen Kulturen in unserem Land. Deutschland ist offen für alle Völker. Auch Burgdorf zeigt sich dahingehend sehr hilfsbereit und offen, was ich sehr begrüße. Da Deutschland auch vermehrt Menschen muslimischen Glaubens ein Zuhause und Unterstützung gibt, wäre es an der Zeit, dass deutsche Städte sich mit Städten aus ebensolchen Ländern zusammenschließen und sich mit den Menschen über Kultur, Glauben und Leben austauschen.

Sehr viele deutsche Mitbürger sind über die Lebensweisen, über die Religionen und über das Denken und Empfinden von Menschen anderer Völker nicht ausreichend oder sogar fehl informiert. Deshalb würde ich es für ausgesprochen wichtig befinden, eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt im Nahen Osten anzustreben.

Palästina bietet ein umfangreiches geschichtsträchtiges, kulturelles Leben und beherbergt interessante, intelligente Menschen, die modern und aufgeschlossen sind. Dieses ist in den europäischen Staaten leider nicht ausreichend bekannt, und schreit förmlich nach Aufklärung.Gerade ein Land wie Palästina hat uns Europäern viel an Geschichte, Kultur und Weltoffenheit zu bieten. Schon in unserer christlichen Bibel wird ausreichend über die Menschen und Geschehnisse aus diesem Landstrich unserer Erde berichtet. Selbst die diskussionswürdigen Geschehnisse um das Besitzrecht des Landes sollte eher Aufklärung und Nutzen für unser deutsches Land und Volk bieten, und sollten uns nicht schrecken, vorurteilslos Land und Leute kennen zu lernen.

Am 23.September hat der SPD-Politiker und Oberbürgermeister von Hannover Stefan Schostock die palästinensische Botschafterin Dr. Kouloud Daibes in seinem Büro empfangen, und anschließend die Schirmherrschaft bei der Eröffnung der 6. Filistina in Hannover übernommen.Neben Herrn Schostock waren geladene Gäste aus der Politik, Kultur und Gesellschaft zugegen. Den Festvortrag hielt Herr Rupert Neudeck! Sinn und Zweck dieses Vortrages war das Ziel, die in jeder Hinsicht vorhandene Asymmetrie der Machtverhältnisse und Lebensbedingungen zwischen dem besetzten Palästina und Israel zu verdeutlichen und zu ihrer Wahrnehmung in der deutschen Öffentlichkeit beizutragen. Es geht hier um die gleichwertige Anerkennung und den Respekt beider Staaten und Völker.

Wir alle hätten großen Nutzen von einer solchen Städtepartnerschaft in Palästina.“

http://www.burgdorf-einkaufen.de/?seite=102/13

Schweden will Palästina trotz Protesten anerkennen

POLITIK

NAHOSTKONFLIKT

06.10.14

Schweden will Palästina trotz Protesten anerkennen

Jerusalem hoffte, dass Stockholm Friedensgespräche abwartet. Doch aus der Botschaft in Tel Aviv erfuhr die “Welt”, man werde die Entscheidung, Palästina als Staat anzuerkennen, bald umsetzen.

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“Stockholm rudert zurück”, so frohlockten noch am Wochenende israelische Medien, wobei Außenminister Avigdor Lieberman sicherlich kurz aufgeatmet haben dürfte. Denn der war außer sich über den neuesten Eklat in den ohnehin angespannten Beziehungen mit Schweden. Auslöser war die Bereitschaft von Schwedens Premierminister Stefan Löfven, einen unabhängigen Staat Palästina noch vor Ende von Friedensverhandlungen anzuerkennen. Sofort hagelte es aus Jerusalem Kritik.

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Will Palästina als Staat anerkennen: Schwedens neuer Premierminister Sefan Löfven<br />

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Gaza-Kraftwerk repariert, aber ohne Treibstoff

Gaza-Kraftwerk repariert, aber ohne Treibstoff

 2. Oktober 2014, 20:32
 Leiter des Elektrizitätswerks berichtet von erfolgreichen Tests

Gaza – Das während des Gaza-Kriegs schwer beschädigte Kraftwerk im Gazastreifen ist nach einer Reparatur wieder betriebsbereit. Der Leiter des lokalen Elektrizitätswerks, Walid Sael, sagte am Donnerstag, beschädigte Treibstofftanks seien repariert worden. Man habe auch eine Reihe erfolgreicher Tests ausgeführt. Das einzige Problem vor einer Inbetriebnahme sei der Treibstoffmangel im Gazastreifen.

“Wir rufen alle beteiligten Parteien dazu auf, dieses Problem zu lösen, um die Lebensbedingungen für die Bevölkerung in Gaza zu erleichtern”, sagte Sael. Israel und die Palästinenser müssen sich unter ägyptischer Vermittlung noch auf eine dauerhafte Lösung im Gazakonflikt einigen.

300 Megawatt Strom notwendig

Das einzige Kraftwerk erzeugt Strom für Haushalte, Betriebe, Krankenhäuser und Abwasserpumpen im Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben sind insgesamt 300 Megawatt Strom zur Versorgung der 1,8 Millionen Einwohner im Gazastreifen notwendig. Das Kraftwerk kann etwa 70 Megawatt produzieren, weitere 120 Megawatt werden von Israel und knapp 30 von Ägypten geliefert.

Das Kraftwerk war Ende Juli während der Gaza-Kämpfe von Geschoßen getroffen worden, die einen Großbrand auslösten. Seit seinem Ausfall hatten die Menschen in der Küstenenklave, die ohnehin nur wenige Stunden am Tag Strom zur Verfügung haben, mit noch häufigeren Stromabschaltungen zu kämpfen. (APA, 2.10.2014)

 http://derstandard.at/2000006358920/Gaza-Kraftwerk-nach-Krieg-repariert-aber-ohne-Treibstoff

Netanjahu diffamiert den UN-Rechtsrat als “Terroristen”

In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York am 28. September hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den UN-Rechtsrat als “Terroristen” beschimpft.

Netanjahu

Netanjahu warf dem Rat vor, durch die gegen Israel eingeleitete Untersuchung wegen Kriegsverbrechen während der Angriffe auf den Gaza-Streifen “seine Mission verraten” zu haben.

Diese beleidigende Äußerung hat weltweit empörte Reaktionen hervorgerufen. So wies US-Außenministeriums-Sprecherin Jen Psakis sie auf

einer Pressekonferenz als unangemessen und kontraproduktiv für weitere Friedensverhandlungen zurück. Gleichzeitig verurteilte Psakis aber auch die von Palästinenserchef Mahmud Abbas gegen Israel erhobene Anklage, dass es sich bei Israels Angriffen auf den Gaza-Streifen um einen “Völkermord” gehandelt habe.

 Quelle: INNews

http://de.awdnews.com/politik/6629-netanjahu-diffamiert-den-un-rechtsrat-als-terroristen.html

Israel baut 500 Häuser in Ost-Jerusalem

Peace Now: Israel baut 500 Häuser in Ost-Jerusalem Rund ein Viertel der in Jerusalem im ersten Halbjahr 2014 errichteten israelischen Wohnungen sind der israelischen Nichtregierungsorganisation Peace Now zufolge im besetzten Ostteil der Stadt gebaut worden. Es handle sich um rund 500 Häuser, sagte Hagit Ofran von der Organisation.

Damit liege die Bautätigkeit im Mittel der vergangenen Jahre. Jerusalems Stadtverwaltung hatte am Wochenende eine Erklärung veröffentlicht, in dervon etwa 2100 Häusern die Rede war, mit deren Bau in der ersten Jahreshälfte begonnen wurde. Darin wird jedoch nicht nach Stadtteilen differenziert.

Ost-Jerusalem wurde 1967 von Israel besetzt und kurz darauf annektiert, was von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt wird. Die Palästinenser wollen den Ostteil zum Regierungssitz ihres angestrebten unabhängigen Staats machen. Die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten, die gemäss Völkerrecht illegal ist, ist eines der Haupthindernisse bei den Bemühungen um eine Beilegung des Nahost-Konflikts durch eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser.Israelis haben Frau

Rund ein Viertel der in Jerusalem im ersten Halbjahr 2014 errichteten israelischen Wohnungen sind der israelischen Nichtregierungsorganisation Peace Now zufolge im besetzten Ostteil der Stadt gebaut worden. Es handle sich um rund 500 Häuser, sagte Hagit Ofran von der Organisation. Damit liege die Bautätigkeit im Mittel der vergangenen Jahre. Jerusalems Stadtverwaltung hatte am Wochenende eine Erklärung veröffentlicht, in der von etwa 2100 Häusern die Rede war, mit deren Bau in der ersten Jahreshälfte begonnen wurde. Darin wird jedoch nicht nach Stadtteilen differenziert. Ost-Jerusalem wurde 1967 von Israel besetzt und kurz darauf annektiert, was von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt wird. Die Palästinenser wollen den Ostteil zum Regierungssitz ihres angestrebten unabhängigen Staats machen. Die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten, die gemäss Völkerrecht illegal ist, ist eines der Haupthindernisse bei den Bemühungen um eine Beilegung des Nahost-Konflikts durch eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser.

Nahost-Konflikt: Wie das Leben im Gazastreifen aussieht

Nahost-Konflikt: Wie das Leben im Gazastreifen aussieht
Kaum einer kann sich vorstellen, was es heißt, im Gazastreifen zu leben. Für viele bedeutet es ein Dasein ohne Hoffnung. Auch wenn Frieden herrscht, blockiert Israel Warenlieferungen nach Gaza – und die Menschen leiden.

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Solange die Feuerpause andauert, machen sich Menschen im Gazastreifen auf die Suche. Nach unversehrten Gebrauchsgegenständen, aber auch nach Verwandten. Oder das, was von ihnen übrig geblieben ist.

“Die Menschen sind dabei, die Trümmer zu beseitigen, so gut sie das können ohne Handschuhe oder Werkzeug”, sagt Martin Lejeune, der als freier Journalist seit dem 22. Juli in Gaza-Stadt ausharrt. Wiederaufbauen kommt nicht in Frage.

Bewohner nutzen die Waffenruhe für alltägliche Besorgungen. >
“Wer weiß, wie lange die Waffenruhe anhält, wann nicht doch wieder alles zerstört wird”, sagt Lejeune. “Seit der Blockade durch Israel fehlt es seit Jahren an Baumaterialien wie Zement, Beton, Ziegel und so weiter.” Leben im Gazastreifen heißt im Moment, sich mit dem Nötigsten versorgen. Läden, die noch nicht zerstört sind, haben wieder geöffnet. Es gibt Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen. “Und was erhältlich ist, wird auch alles eingekauft”, sagt Lejeune. Ersatzbauteile für kaputte Autos oder Elektrogeräte wie Kameras seien dagegen kaum verfügbar.
“Immerhin haben wir seit einer Woche wieder Notstrom und die Internet- und Telefonverbindungen funktionieren wieder”, erzählt Lejeune, “es hat sich spätestens seit gestern alles einigermaßen normalisiert”. Wobei von Normalität eigentlich keine Rede sein kann. Denn Lejeune, der auf seinem Blog über die Situation vor Ort berichtet, schläft in einem Privathaus auf dem Boden, “wie viele andere auch”. Ein Hotel in Gaza sei derzeit auch ohne Seeblick teuer und sicher sei es im Gazastreifen zur Zeit ohnehin nicht, egal wo.

Engpässe bei Wasser und Strom
Ein großes Problem ist die Wasserknappheit im Gazastreifen. In Friedenszeiten haben manche Gazaner nur etwa 20 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag, während der Durchschnitt mit ungefähr 80 Liter zurecht kommen muss – immer noch gut 50 Liter weniger als der Durchschnittsdeutsche. “Für den Gazastreifen ist der Küstenaquifer die einzige Frischwasserquelle. Doch das Grundwasser versalzt immer mehr und wird bald nicht mehr nutzbar sein”, erläutert Nahost-Experte Jörg Knocha von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS).

Außenstehenden bleiben selbst bei Engpässen die dramatischen Zustände unter friedlicheren Umständen eher verborgen. “Auf den ersten Blick wirkt das Leben in Gaza ganz normal”, sagt Knocha. “Von den stundenlangen Stromausfällen sowie der Wasserarmut bekommt man als Ausländer kaum etwas mit.” Der Grund: Wenn es Probleme mit der allgemeinen Stromversorgung gibt, springen Generatoren ein. Aber nur bei denen, die sich dafür den

Angriffe machen humanitäre Situation noch schlimmer
Durch die zahlreichen Angriffe der israelischen Luftwaffe ist die angespannte Situation noch schlimmer geworden. “Es gibt noch fließend Wasser in einigen Haushalten, je nachdem ob das Haus noch steht oder beschädigte Wasserleitungen wieder repariert werden konnten”, berichtet Lejeune. Doch laut Angaben des ehemaligen Botschafters Palästina in Deutschland, Abdallah Frangi, sollen mittlerweile mehr als 600.000 Bewohner im Gazastreifen obdachlos sein. “Diese Menschen sind in Moscheen, Schulen oder Kirchen untergekommen und werden von der Flüchtlingsorganisation UNRWA oder der Islamic Relief Organisation mit Wasser und
Lebensmitteln versorgt. Es gibt hier für sowas bereits eingespielte Strukturen”, sagt Lejeune.

Sanitäter nutzen den Waffenstillstand, um Schwerverletzte zur Behandlung in israelische oder ägyptische Krankenhäuser zu bringen. “In manchen Fällen wird den entsprechenden Anträgen stattgegeben, in anderen nicht”, sagt Lejeune. Auf welcher Basis selektiert werde, lasse sich in den Kriegswirren aber schwer recherchieren. Fest steht, dass in den vergangenen Wochen palästinensische Ärzte aus Ostjerusalem für ein paar Tage in den Gazastreifen kommen konnten, um nicht transportfähige Patienten vor Ort zu behandeln.

Arm und perspektivlos
Doch auch wer unverletzt ist, ist unglücklich. “Viele haben keine Arbeit mehr, weil ihre Felder vernichtet wurden oder ihre Geschäfte in Schutt und Asche liegen”, sagt Lejeune. Das wird die Arbeitslosenquote, die Schätzungen zufolge bei 70 Prozent liegen soll, noch weiter in die Höhe treiben.

“Die Bevölkerung verarmt und die Menschen sehen für sich keine Zukunft”, sagt Lejeune. Nicht einmal Fischer können noch von ihrer Arbeit leben, weil sie sich nicht weiter als umgerechnet zehn Kilometer weit von der Küste entfernen dürfen. “Aber das Schlimmste an ihrer Situation, haben mir junge Leute gesagt, ist nicht die Armut als vielmehr die Perspektivlosigkeit. Die Menschen erzählen, selbst wenn sie das Geld hätten, um nach Rom oder Paris zu fliegen – man kann den Gazastreifen nicht einfach so verlassen und fühlt sich deshalb wie in einem Freiluftgefängnis.”

Wie lange Lejeune selbst noch in Gaza bleiben wird, weiß er nicht. Sein Visum ist drei Monate lang gültig.

Martin Lejeune ist seit 2007 freier Journalist und berichtet seit 2011 regelmäßig aus dem Nahen Osten, u.a. für die Schweizer Wöchentliche “WOZ” und die deutsche Tageszeitung “taz”. Auf tumblr schildert er momentan Alltagserfahrungen aus Gaza.

Jörg Knocha war bis zum Juli vier Jahre lang Programmmanager bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Ramallah und häufig im Gazastreifen unterwegs.

(Quelle: Web.de, 13.8.2014)