Für eine friedliche und gerechte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts


Beitrag der Landesarbeitsgemeinschaft Nahost
Niedersachsen zur Debatte in der LINKEN
( anstelle des Beitrages des Bundesausschusses vom 21. und 22.
Februar 2015 )
Mit der Wahl der neuen Regierung in Israel ist eine Lösung des Nahost – Konfliktes zwischen
Palästina und Israel in weite Ferne gerückt. Mehrere Mitglieder dieser Regierung haben nicht nur in
der Vergangenheit einen Völkermord oder die vollständige Vertreibung der PalästinenserInnen
gefordert. Netanjahu hat die Maske fallen gelassen und die Zwei-Staaten-Lösung offiziell aus der
Regierungspolitik gestrichen. Damit sehen die PalästinenserInnen einer Zukunft entgegen, in der sie
auch weiterhin ihrer Menschenrechte und ihrer Würde beraubt bleiben.
Die Bundesregierung hat an diesen Entwicklungen nichts auszusetzen gehabt. Im Gegenteil: sie
hält auch weiterhin Israel den Rücken frei. So finanziert sie den Bau von Kriegsschiffen für Israel
durch Steuergelder und will die diplomatischen Beziehungen weiter ausbauen.
DIE LINKE erklärt sich solidarisch mit allen Kräften der Friedensbewegung in Israel und Palästina.
Nicht die Regierungen, sondern die pazifistischen Bewegungen an der Basis sind die Hauptträger
einer gemeinsamen Friedenslösung. Ihre berechtigten Forderungen und ihre Aufrufe zu weltweiten
gemeinsamen Aktionen gilt es zu unterstützen und zugleich Solidarität angesichts der Angriffe der
zionistischen Rechten in Israel zu üben.
Für die LINKE bedeutet dies:
- Stellung zu beziehen gegen die Instrumentalisierung des Antisemitismus – Vorwurfs durch
zionistische Gruppen, deren Ziel es ist von der kriegerischen Expansion Israels abzulenken. Kritik
an der israelischen Regierung ist nicht antisemitisch, sondern konkrete Solidarität mit den
FriedensaktivistInnen vor Ort in der Tradition eines proletarischen Internationalismus. Versuche
jüdische Journalisten oder AktivistInnen der LINKEN als AntisemitInnen darzustellen sind nicht
nur der Versuch innerparteiliche Konflikte durch Diffamierung auszutragen, sondern auch ein
Beitrag für eine Torpedierung einer Friedenslösung in Nahost.
- Eine gemeinsame Friedenslösung ist Sache der Menschen vor Ort. Sie entscheiden selbst unter
welchen politischen Verhältnissen sie zukünftig leben wollen. Dies bedeutet, das weder eine Ein-,
noch eine Zwei-Staaten-Lösung durch die LINKE verworfen werden kann. Unter den jetzigen
Bedingungen sollte die LINKE Druck auf die Bundesregierung für die Anerkennung eines
eigenständigen Staates Palästina ausüben, ohne dies mit einer abschließenden Friedenslösung
gleichzusetzen.
- Die globale Bewegung für Boykott, Desinvestment und Sanktionen ( BDS ) ist eine Initiative des
zivilen Widerstandes sowohl von palästinensischen, als auch israelischen Friedensgruppen. Sie ist
eine gewaltfreie Alternative zu einer militärischen Auseinandersetzung und kann auf eine
erfolgreiche Tradition ( Südafrika ) aufbauen. DIE LINKE weist alle Versuche zurück diese
Bewegung kriminalisieren zu wollen.
 
Kernpunkte linker Politik zur Beilegung des Nahostkonfliktes sind:
- Die LINKE fordert die Bundesregierung auf den Beschluss des Bundestages vom 30.6.2010
endlich umzusetzen und alles für eine Aufhebung der Gazablockade zu tun. Es ist skandalös, dass
bislang kein Haus, das während des Gazakrieges zerstört wurde, wieder aufgebaut worden ist.
- DIE LINKE fordert das Ende der Besatzung des Westjordanlands und ein Ende des israelischen
Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten.
- Die LINKE fordert das Verbot aller Waffenexporte in den Nahen Osten, einschließlich Israels und
der Golfstaaten.
- Die LINKE fordert die Beendigung aller militärischen Zusammenarbeit mit Israel, einschließlich
länderübergreifender Rüstungsforschung und Ausbildungskooperationen für Polizei und Militär.
- DIE LINKE fordert die Aussetzung des des Assoziierungsabkommens mit der EU und
- DIE LINKE ist gegen die Entsendung der Bundeswehr ins Ausland und wendet sich gegen
Spekulationen über eine deutsche Beteiligung an der Sicherung der Grenzen des Gazastreifens.
- DIE LINKE setzt sich für die sofortige Aufnahme Palästinas als Vollmitglied der
Vereinten Nationen ein. Die deutsche Bundesregierung ist aufgefordert, die Beziehungen zur
palästinensischen Autonomiebehörde entsprechend aufzuwerten und der palästinensischen
Vertretung in Deutschland den vollständigen Rang einer Botschaft zuzuerkennen.
- Die LINKE setzt sich für demokratische Rechte und gegen die Diskriminierung ethnischer,
sexueller und religiöser Minderheiten in allen Teilen Palästina/Israels ein.

Pygmäen – das Volk der Regenwälder

GESCHICHTE

Die Pygmäen sind wahrscheinlich die älteste Bevölkerung der äquatorialen und tropischen Wälder Afrikas. Von ihrer Existenz zeugen bereits Inschriften ägyptischen Denkmäler des zweiten Jahrtausendes v.Chr., in denen sie wegen ihrer großen Fähigkeiten im Tanz wurden als “Gottestänzer” bezeichnet werden. Die Bantu-Stämme, die um das Jahr 1000 n.Chr. in die tropische äquatoriale Zone siedelten, wurden von den Pygmäen immer gut aufgenommen. Zwischen Pygmäen und Bantu entwickelten sich wirtschaftliche Beziehungen, in denen die Jagdprodukte der Pygmäen gegen landwirtschaftliche Produkte der Bantu getauscht wurden. Im Gegensatz zu den Pygmäen kannten die Bantu die Kunst der Metallverarbeitung und praktizierten die Landwirtschaft. Die Bantu nutzten diese technologische Überlegenheit aus, um die Pygmäen zu unterwerfen und sogar zu versklaven. Nur in den letzten Jahrzehnten werden dank Eingriffe von Missionaren und Anthropologen die Menschenrechte der Pygmäen langsam und noch mit vielen Ausnahmen wieder respektiert.

GEOGRAFIE

1. Die Pygmäen-Völker sind in den Staaten der tropischen äquatorialen Zone verteilt: Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Gabun Volksrepublik Kongo (Brazzaville), Demokratische Republik Kongo (Kinshasa – ehemaliges Zaire), Ost-Uganda und Ost-Ruanda (Region des Ruwenzori Massivs und der Vulkane, die die Grenze zwischen Uganda/Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo bilden). Einige Pygmäen-Völker sind: BAKA (Kamerun), BABINGA (Gabun), BAMBUTI-BASHWA-BAEFE, BAPOO BALESE (Demokratische Republik Kongo), BATWA (Uganda-Ruanda), etc.

2. Es gibt zwei Arten des äquatorialen Walds, in dem die Pygmäen leben: a) PRIMÄRER WALD: Bäume mit hohen Stämmen (30-50 Meter) die wegen ihrer Dichte ein fast undurchdringliches Dach für die Sonnenstrahlen bilden. Die Unterholz-Zone ist weniger dicht. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen bei Tag zwischen 25° und 32° C, bei Nacht zwischen 15° und 20° C. Die Feuchtigkeit liegt zwischen 77% und 99%. b). SEKUNDÄRER WALD: es handelt sich um den Wald, der in den einst gerodeten Zonen wieder gewachsen ist, in denen die Menschen vorher wohnten und Landwirtschaft betrieben und dann verliessen. Der sekundäre Wald besteht aus hohem Stämmen und vielen Bäumchen, Gebüschen und Gräsern: das Unterholz ist hier dichter, denn wegen der Abholzung konnten Wind und Vögel Samen vieler anderer Pflanzenarten herbeibringen. Pygmäen

3. In den Wäldern, die den Lebensraum der Pygmäen bilden, leben auch viele Arten von Tieren: Leoparden, Okapi Elefanten, Antilopen, Affen jeglichen Typs und Größe, Schlangen, von denen viele giftig bis sehr giftig sind (schwarze Kobra, schwarz-grüne Kobra, Vipern etc.) und zahlreiche Tierarten, die im Unterholz leben (Stachelschweine, Igel, große und kleine Schuppentiere). Man findet auch zahlreiche Ameisenfamilien, von denen die Bekanntesten sind: die Holz, Stoff oder Haut verzehrenden Termiten, die roten Ameisen, die sich von Tiere, Fische, Insekten und auch von Menschen (wenn sie nicht flüchten) nähren, die giftigen schwarzen Ameisen und die roten Ameisen, die die Einzigen sind, vor denen die fleischfressenden roten Ameisen flüchten, usw.

4. In diesen Urwäldern wachsen auch Edelholzbäume, wie z.B.: Mahagoni, Teak und Ebenholzbäume, aus denen wertvolle Möbel hergestellt werden.

WER SIND DIE PYGMÄEN ?

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Die Welt der Indianer

“Seit ihrem ersten Kontakt mit den europäischen Siedlern wurden die amerikanischen Indianer brutal unterdrückt und ihres angestammten Landes beraubt. Es wurde ihnen die Möglichkeit genommen, das eigene Schicksal selbst zu bestimmen. Die Zeit ist gekommen, mit der Vergangenheit zu brechen und eine neue Ära zu beginnen, in der Indianer die Zukunft von Indianern selbst entscheiden.”

Diese Worte wurden 1970 gesprochen. Nicht von einem Indianer. Auch nicht von einem Bürgerrechtskämpfer. Sie wurden gesprochen vom damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Richard Nixon.

Ich möchte mit dieser Homepage das Leben der Indianer, den Ureinwohnern Nordamerikas, von vor über 100 Jahren bis zur heutigen Zeit darstellen. Dabei möchte ich mich auf Fakten und nicht auf Mythen.

Demo-Rückblick: JA zu Grundrechten, NEIN zur Vorratsdatenspeicherung!

Am Samstag, den 11.07. fand eine Demo am Kröpke in Hannover mit einem Ausmarsch von ca. 100 Teilnehmern durch die Innenstadt von Hannover zur und gegen die Vorratsdatenspeicherung statt. Verschiedene Parteien und Organisationen, unter anderem attac, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE,ArbeitskreisVorratsdatenspeicherung sowie die Piratenpartei, beteiligten sich.

Bundesregierung schaut dem Treiben von NSA und

Britische Geheimdienst zu

Parwaneh  Bokah – Vorstandsvorsitzende  DIE  LINKE  BO  Linden -­‐Limmer  und  Vorstandsmitglied  DIE  LINKE  Kreisverband  Region  Hannover Redebeitrag  „Freiheit  statt  Angst  –  Tour  2015“  in  Hannover   –  11.07.2015

Parwaneh Bokah

Vorstandsvorsitzende DIE LINKE BO Linden -­‐Limmer und Vorstandsmitglied DIE LINKE Kreisverband Region Hannover
Redebeitrag „Freiheit statt Angst – Tour 2015“ in Hannover – 11.07.2015

Redebeitrag  „Freiheit  statt  Angst  –  Tour  2015“  in  Hannover   –  11.07.2015  (Bitte anklicken)

Bundesregierung schaut dem Treiben von NSA und Britische Geheimdienst zu

 

Fotos zur Demo, an der auch Burgdorfer Mitglieder der Partei Die LINKE. teilnahmen:

Christine Gross, Kreisvorstandsmitglied der Partei Die LINKE., Hannover

Christine Gross, Kreisvorstandsmitglied der Partei Die LINKE., Hannover

Regionsabgeordneter Michael FLEISCHMANN, Burgdorf

Regionsabgeordneter Michael FLEISCHMANN, Burgdorf

Demo Freiheit statt Angst am 11. juli Kröpcke Hannove Bild 051 Demo Freiheit statt Angst am 11. juli Kröpcke Hannove Bild 027

Christine Gross, Burgdorf Die LINKE.

Christine Gross, Burgdorf Die LINKE.

Demo Freiheit statt Angst am 11. juli Kröpcke Hannove Bild 027 150711_w600_Demo Freiheit statt Angst am 11. juli Kröpcke Hannove Bild 003

DIE LINKE: Neuer Vorstand in Burgdorf/Uetze

Nachdem die Amtszeit des bisherigen BO-Sprechers Michael FLEISCHMANN (Ratsherr und Regionsabgeordneter) abgelaufen ist, wurde am 10.Juni 2015 der neue Vorstand für die Basisorganisation der Partei DIE LINKE gewählt.

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:url

1. Vorsitzender: Michael Fleischmann (Burgdorf)

2. Christine Gross (Burgdorf)

3. Günter Kowalewski (Uetze)

DIE LINKE verzeichnet in den letzten 12 Monaten eine sehr erfreuliche Mitgliederentwicklung. Tendenziell vorne liegen bei den Neueintritten junge Menschen und Frauen aus Burgdorf-Stadt und dem Umland.

Wissenswertes zum Thema Wolf Mai 2015



Wissenswertes zum Thema Wolf Mai 2015

Erstellt von:
Chrissi Gross                                                                                                                                                                                                                                                                                                               

INHALT      
Zurück in angestammtes Heimatland
Die Geschichte des Wolfes
Wolfsportrait                                                                                                                                                                                  Zahlen und Statistiken                                                                                                                                                       Nahrungsbeschaffung
Umgang mit den Wölfen und der Herdenschutz
Umgang mit Wölfen in unseren Nachbarländern
Schlusswort

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Heimkehrer – WOLF

Zurück in angestammtes Heimatland
Wir lesen und hören es jeden Tag: Die Wölfe sind zurück.

Der Wolf bevölkerte einst die gesamte nördliche Halbkugel der Erde. Sogar in Nordafrika, Arabien, Indien und Mexiko war er beheimatet. Einst war der Wolf eines der Tierarten mit der größten weltweiten Verbreitung.
Doch dann sorgte der Mensch für eine Umkehr dieser Situation: Die gnadenlose Bejagung und die unaufhaltsame Zerstörung seines Lebensraumes trugen zur baldigen Ausrottung dieser scheuen Waldbewohner bei. In Deutschland galt der Wolf seit mehr hundert Jahren als ausgestorben. Selbst in Skandinavien berichtete man seit Mitte des 19. Jahrhunderts davon, dass der Isegrim erfolgreich ausgerottet sei.

Seit Ende des 20.Jahrhunderts jedoch beobachtet man die Rückkehr der Wölfe aus dem Osten kommend in ihr angestammtes Heimatland Deutschland. Mittlerweile haben sich nachweislich kleinere Wolfsrudel z.B. auf alten Truppenübungsplätzen in Mecklenburg- Vorpommern, in Sachsen und Brandenburg, aber auch in Niedersachsen angesiedelt.
Selbst in Bayern und Hessen wird von ersten Ansiedlungen dieser Tierart berichtet.

 Hier klicken und das komplette Informationsblatt lesen:

Informationsblatt WOLF

 

 

Ungewöhnliche Haarfarbe: Mutation blondiert Bewohner der Salomon-Inseln

Blonde auf den Salomonen

Blond am Äquator: Viele Menschen in den Tropen haben eher dunkle Haare – doch nicht so die Bewohner der Salomon-Inseln im Südpazifik. Ihr Schopf schimmert auffällig oft hell. Forscher haben nun eine Genmutation entdeckt, die für die ungewöhnliche Haarpracht verantwortlich sein soll.
Bewohner der Salomon-Insel: Der kleine Junge erstaunt durch blonde Haarpracht Zur Großansicht
DPA/ Science/ Sean Myles

Bewohner der Salomon-Insel: Der kleine Junge erstaunt durch blonde Haarpracht

Nur etwa zwei Prozent der Menschen auf der Welt haben von Natur aus helle Haare. Darunter auch erstaunlich viele Bewohner der Salomon-Inseln im Pazifik. Sie haben die dunkelste Haut bei Menschen außerhalb Afrikas – und gleichzeitig den höchsten Prozentsatz blonder Schöpfe außerhalb Europas.

Warum gleich bis zu zehn Prozent der Menschen auf der Inselgruppe östlich von Papua-Neuguinea blond sind, haben Wissenschaftler um Eimear Kenny von der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) und Nicholas Timpson von der University of Bristol, England untersucht.

26 Prozent der Inselbewohner haben eine Veränderung im Erbgut, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin “Science” . Die Überraschung: Diese Menschen verdanken ihre helle Haarpracht nicht europäischen Vorfahren. Das konnten die Wissenschaftler ausschließen.

Genmutation kommt nur in Ozeanien vor

Die Forscher hatten die DNA von 43 blonden und 42 dunkelhaarigen Salomonern untersucht und waren dabei auf eine Genmutation am Chromosom neun gestoßen. Der Studie zufolge ist diese durch eine Veränderung der Aminosäuren am Enzym TYRP-1 entstanden. Es sorgt dafür, dass Zellen dunkle Pigmente in Haut und Haaren – sogenannte Melanine – produzieren können.

Durch die Veränderung des Enzyms erzeugen die Pigmentzellen weniger Melanine. Das Ergebnis: Der betroffene Mensch ist blond. “Die Analyse des Erbguts von 918 Inselbewohnern ergab, dass die Genmutation zu 46 Prozent für die Haarfarbenunterschiede der Salomoner verantwortlich ist”, schreiben die Forscher.

Dass Menschen so nah am Äquator helle Haare haben, ist ungewöhnlich. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Haarfarbe einerseits erblich bedingt ist und andererseits von der Intensität der Sonneneinstrahlung abhängt. Deshalb haben die meisten Menschen, die am Äquator wohnen, dunkle Haut und dunkles Haar. “Welche Vorteile mit dieser Genmutation verbunden sein könnten, ist unklar. Außerhalb Ozeaniens kommt sie jedenfalls nicht vor”, erklärt Timpson.

Wie es auf den Salomon-Inseln zur Veränderung der Gene kam und welche Faktoren bei der Ausbildung der blonden Haare noch eine Rolle spielen könnten, muss Timpson zufolge noch weiter untersucht werden. “Wir wissen noch nicht, ob die Genvariante im Laufe der Evolution entstand, oder ob sie von außen in die Population der Insel eingeführt wurde.”

ajo/dpa

 

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/genmutation-verleiht-bewohnern-der-salomon-inseln-blonde-haare-a-831333.html

Ein vertauschter Genbuchstabe macht Südseebewohner blond

Forscher finden die Ursache für die hellen Haare vieler Melanesier

Forscher haben herausgefunden, warum einige Südseebewohner trotz dunkler Haut blondes Haar haben: Schuld an der ungewöhnlichen Haarfarbe der Melanesier ist nicht eine Vermischung mit Europäern, sondern eine Genmutation: Bei rund einem Viertel der Südseebewohner ist ein bestimmter Genbuchstabe auf dem neunten Chromosom verändert. Diese nur bei dieser Volksgruppe vorkommende Variation beeinträchtigt die Bildung von dunklen Pigmenten in den Haaren. Erbt ein Kind diese Mutation von beiden Elternteilen, wird es blond, wie das internationale Forscherteam im Fachmagazin “Science” berichtet.
Blonder Junge in Vanuatu

Blonder Junge in Vanuatu

Natürlich blondes Haar ist beim Menschen selten: Es kommt fast nur bei Nordeuropäern vor – und in einer kleinen Gruppe von Südseebewohnern. “Obwohl die Bewohner der Salomon-Inseln und des äquatorialen Ozeaniens die dunkelste Hautfarbe aller Menschen außerhalb Afrikas haben, sind fünf bis zehn Prozent von ihnen blond”, schreiben Eimear Kenny von der Stanford University und seine Kollegen. Das sei der höchste Anteil von Blonden außerhalb Europas.

Warum viele Melanesier diese für Bewohner der Tropen so ungewöhnliche Haarfarbe besitzen, war unklar. Die Forscher, darunter auch Mark Stoneking vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, machten sich daher auf die Suche nach den genetischen Ursachen dieses Phänomens. Dafür analysierten und verglichen sie das Erbgut von 43 blonden und 42 dunkelhaarigen Bewohnern der Salomoneninseln.

Kein Einfluss von Europäer

“Wir fanden keine Hinweise auf einen Einfluss von Genen aus Europa”, sagen die Wissenschaftler. Eine Vermischung von seefahrenden Europäern mit den ortsansässigen Melanesiern sei demnach nicht die Ursache der blonden Haare. “Das charakteristische blonde Haarfarbe entstand im tropischen Ozeanien unabhängig, das ist unerwartet und faszinierend”, sagt Kenny.

Wie die Forscher feststellten, war bei den blonden Melanesiern in einem Gen namens TYRP1 auf dem neunten Chromosom die Base Cytosin gegen Thymin ausgetauscht. In seiner normalen Form produziert dieses Gen ein für die Pigmentproduktion wichtiges Enzym. Durch die Mutation wird jedoch eine falsche Aminosäure in das Pigment-Enzym eingebaut. Als Folge funktioniert dieses nicht mehr richtig und führt so zu dem ungewöhnlich hellen Haar der Melanesier.

Neuentdeckte Mutation kommt nur in der Südsee vor

Im Falle der blonden Melanesier handele es sich um keine bisher bekannte Mutation, sondern um eine neue Variante, sagen die Forscher. Sie komme offenbar nur in der Südsee vor. Die Wissenschaftler hatten im Genom von weiteren 941 Menschen aus 52 verschiedenen Populationen weltweit nach dieser Genveränderung gesucht, ohne fündig zu werden.

Die bei den Melanesiern gefundene Mutation wird wahrscheinlich rezessiv vererbt, erklären die Forscher. Das bedeutet, dass nur die Südseebewohner blond werden, die dieses veränderte Gen sowohl von der Mutter als auch vom Vater geerbt haben. Gibt eines der Elternteile die intakte Genvariante weiter, gleicht sie den Defekt aus – die Kinder werden ganz normal dunkelhaarig.
(doi: 10.1126/science.1217849)

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14719-2012-05-04.html